IT SUMMIT 2015

"Es geht jetzt richtig die Post ab"

140 Teilnehmer aus der IT-Branche und der Industrie tauschten sich unter dem Motto "Softwareindustrie" zu Themen wie Qualität, Innovation und Strategie aus.

Am 20. Mai 2015 fand im Linzer Ursulinenhof der IT SUMMIT 2015 statt, das Jahresevent des oberösterreichischen IT-Clusters von Business Upper Austria, der oberösterreichischen Wirtschaftsagentur. Die Veranstaltung versteht sich als Branchentreff und Trendforum der IT- und Software-Hersteller Oberösterreichs.

Als Teilnehmer an der Eröffnungsrunde wies Willibald Salomon, Sprecher des IT-Cluster-Beirats, auf Hidden Champions und Leuchttürme der regionalen IT-Branche hin, trotz schwieriger Rahmenbedingungen. So fehlten innovative Finanzierungsmodelle für Start-ups und generell leide die Branche unter Fachkräftemangel. Auch sieht Salomon ein Imageproblem der IT: diese sei nicht nur als Dienstleisterbrache zu sehen, sondern als Hersteller hochwertiger Softwareprodukte.

Josef Kinast, Standortleiter Siemens Linz, ist auch Vorsitzender des Gesamtbeirates der Clusterland, die in OÖ insgesamt sieben Industriecluster betreibt. In seinem Statement betonte Kinast die branchenübergreifende Bedeutung der IT und gratulierte dem ITC zur „prächtigen Entwicklung als jüngstes Mitglieder der Clusterland-Familie“.

Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der oö Industriellenvereinigung, zeigte sich angesichts des weiterhin exponentiellen Ansteigens der Leistungsfähigkeit von IT-Systemen im Hinblick auf industrielle IT überzeugt, dass „jetzt so richtig die Post abgeht“. Die IT sei nun endgültig als wesentlicher Innovationsfaktor in den Produktionsprozessen und den Produkten der Industrie angekommen und nicht mehr in der bloßen Rolle als Dienstleister, der alles am Funktionieren zu halten hat. Im Match Europa gegen USA brauche man eine starke Software-Industrie auch in Oberösterreich.

Markus Roth, Obmann UBIT OÖ, schilderte die schwierige Lage der IT-Branche vor dem Hintergrund von Überregulierung und Bürokratie und bot die UBIT als Lösungspartner in Situationen an „wo der Schuh drückt“.

Mit Verweis auf das Veranstaltungs-Motto „Softwareindustrie“ meinte Robert Stubenrauch, Initiator des IT SUMMIT und ITC-Manager schließlich: „Jede Industrie ist heute in gewissen Sinne eine Softwareindustrie, denn der Wertanteil der IT in der Industrie sei generell bereits jetzt sehr groß und steigt weiter an“.

Mit Christoph Trappl kam ein Software-Spezialisten des oberösterreichischen Automations-Anbieters Bernecker & Rainer zu Wort, der genau dies bestätigte. Bei B&R war Software von Anbeginn eine wesentliche Säule von Innovation und Qualität und hat die stete Entwicklung des Unternehmens zu einem Global Player in Sachen Automation getrieben.

Bernhard Falkner, Geschäftsführer der Industrie Informatik GmbH, schuf in seinem Vortrag die Verbindung zu einem gerade in Oberösterreich sehr präsenten Thema: Industrie 4.0. Er betonte die entscheidende Rolle von Software in diesem Umfeld und gewährte einen Einblick in spezifische Herausforderungen der Entwicklung und Pflege von Software zur Produktionssteuerung.

Weitere Fachbeiträge widmeten sich dem Thema Softwarequalität (Johannes Bergsmann vom Software Quality Lab) und -Test. Zu letzterem präsentierte Rudolf Ramler vom Software Competence Center Hagenberg – in Anspielung auf die Industrie 4.0 – das automatische Testen von Software als „Testen 4.0“. Dem automatischen Testen kommt aufgrund immer größerer Systemkomplexität und kürzeren Entwicklungszyklen eine steigende Bedeutung zu.

Klaus Lehner von Catalysts gewährte Einblicke in die erfolgreiche Umsetzung von Software-Großprojekten, von denen die Praktiker im Publikum sicher stark profitieren konnten. Dabei standen die „soft skills“ in der modernen Software-Entwicklung als große Herausforderung im Vordergrund. Dann überraschte Andreas Kuhn, Geschäftsführer der Andata GmbH, mit einem innovativen Anwendungsfeld von Methoden des „Data Mining“. Bei Andata setzt man verschiedene Ansätze aus dem weiten Umfeld der „künstlichen Intelligenz“ dafür ein, die hohe Komplexität von Entwicklungsprojekten sogenannter „embedded Systems“ in den Griff zu bekommen.

Schließlich sprach Bernd Greifeneder, CTO von Dynatrace, in seiner packenden Keynote zu einem besonderen „Innovations-Dilemma“. Greifender hat vor Jahren Furore mit einem Multimillionen-Deal mit Dynatrace, einer Lösung zur Überwachung komplexer Computer- bzw. Softwaresystemen gemacht. Nun steht er vor der Herausforderung dieses erfolgreiche Produkt in ein Cloud-Service umzuwandeln. Ein Beispiel dafür, wie die digitale Transformation auch vor der Softwarebranche selbst nicht Halt macht. Permanente Innnovation ist gefordert.

Beim abschließenden Buffet war für ausreichend Gesprächsstoff gesorgt. Aufgrund des positiven Echos wird der IT SUMMIT 2016 als ganztägige Veranstaltung ausgelegt werden, mit noch stärkerer Einbindung von konkreten Anwendungsszenarien aus unterschiedlichen Branchen.

Programm und Bilder

Sponsoren